Niederhöllischer Bote
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Die Erste Dämonenschlacht II - Das Eingreifen der Götter




Nach dem fulminanten Erfolg der ersten Dämonenschlacht nicht weiter verwunderlich, kam an diesem Wochenende nun endlich die lang erwartete Fortsetzung „Dämonenschlacht II – Eingriff der Götter“. So hoch die Erwartungen waren, so tief wurden sie auch enttäuscht, muss man allerdings leider sagen. So ist natürlich nichts gegen Frauen in Hauptrollen zu sagen und auch das Bild der bösen Zauberin ist klischeehaft genug um noch gefallen zu können, aber der pseudofeministische Touch, den die ganze Schlacht dadurch erhalten hat, dass Hela Horas (Hela Horas) nur und ausschließlich weibliche Dämonen beschworen hat, hinterlässt doch einen schalen Geschmack auf der Zunge.
Aber ich greife vor, also wenden wir uns dem viel versprechenden Anfang zu. Anders als im ersten Teil kommt es hier nicht zu einer Invasion der horasischen Truppen. Im Gegenteil sind es dieses Mal die garethischen Truppen, die wieder einmal als Bürgerheer versuchen, es mit echten Soldaten aufzunehmen. Obwohl der gesunde Menschenverstand vor solch einem Unternehmen nur warnen kann und das Heer ein ums andere Mal wirkt, als wäre es auf dem Weg nach Brig-Lo zusammengesucht worden und wüsste nicht genau, wie rum die Waffen zu halten sind, haben wir es wohl alleine der fast schon erzwungenen Dramaturgie zu verdanken, dass entgegen aller Vernunft das Schlachtenglück dieses Mal tatsächlich auf Seiten der Angreifer liegt. Und dennoch wirkt die teilweise schlecht gespielte Unterlegenheit der hervorragend ausgebildeten Horasier, die sich sichtbar unwohl in ihrer Verliererhaut fühlen, unglaubhaft. Es scheint ganz so, als hätte der Regisseur hier krampfhaft nach einem Grund gesucht, die Dämonen aus dem ersten Teil wieder einsetzen zu können, obwohl Kampfkraft und Erfahrung eigentlich klar auf Seiten der Horas liegen. Und so müssen wir uns theatralisch sterbende Fußsoldaten gefallen lassen, die von unfähigen Bauern mit der Heugabel gepiekst wurden und ganzen Reihen plötzlich schwer verletzter Schützen, die allerhöchstens den Darmwind eines garethischen Landwirts abbekommen haben.
Trotz dieser Mängel sollen aber herausragende Szenen nicht unerwähnt bleiben.
So schlägt das Kämpferherz höher, als sich ein kaisertreuer Soldat allein in eine große Gruppe heranstürmender Bauern wirft um seinen verletzten Kameraden den Rückzug zu decken, zeigt diese Szene doch die eigentliche Tragödie der Schlacht, dass eben auf beiden Seiten tapfere und heldenhafte Menschen in den Tod gehen. Hätte man dieses Thema aufgegriffen und weiter ausgeführt, hätte diese Schlacht auch durchaus auch mit Attributen wie Tiefe belegt werden können, so muß sie sich aber weiter mit Worten wie Gemetzel begnügen. Denn statt solche Szenen weiter zu vertiefen, konzentrieren sich die weiteren Bilder auf schnelle blutige Schnitte, bis es dann viel zu früh zur Intonation der Beschwörung durch Hela Horas kommt, die sich zu diesem Zweck wenigstens auf einen nahen Hügel begeben hat um ihre Stimme weiter tragen zu lassen. So ist auch akustisch kaum etwas an der Invocatio auszusetzen. Auch das Spiel von Licht und Schatten weiß zu gefallen und das schlussendliche Auftauchen der Dämonen lässt kaum Wünsche offen, bis der Betrachter erschrocken zu Kenntnis nehmen muß, dass ausnahmslos alle Dämonen weiblich sind. Selbst hier hätte man allerdings die Schlacht noch retten könne, wenn die Ausgeburten der Neiderhöllen wenigstens ansehnlich gewesen wären. Ein Schuss Erotik hätte dem Ganzen noch eine gehörige Aufwertung gegeben. Unerotische Emanzendämonen, die über das Schlachtfeld laufen und Freund wie Feind der Wichtigsten Körperteile berauben, hinterlassen sogar beim Betrachter ein ungutes Gefühl.
Glücklicherweise dauern diese geschmacklosen Szenen nicht allzu lange, denn nun wird wirklich alles an Spezialeffekten aufgeboten, um die erste Schlacht doch noch überbieten zu können. Denn wo Die Erste Dämonenschlacht an dieser Stelle glaubhaft tragisch zu Ende war, wird hier krampfhaft versucht ein sogenanntes „glückliches Ende“ zu erzwingen in dem auch das letzte und unglaubwürdigste Klischee bedient wird. Das schon in grauer Vorzeit aus der Mode gekommene Auftauchen der Götter.
Gleich Vier dieser Karmaspender tauchen in glänzendsten Rüstungen und mit strahlendsten Waffen auf und rauben der Schlacht das letzte bisschen Glaubwürdigkeit durch diese überflüssige Zurschaustellung göttlicher Anwesenheit. Das Auftreten eines Gottes im Hintergrund oder als unterschwellige Stärkung der garethischen Truppen (die es wahrlich nötig hatten) wäre vielleicht noch erträglich gewesen, aber so ergibt sich die Schlacht in opulente Bilder, die die Götter in immer neuen Posen beim Vernichten von Dämoninnen zeigen, während beide Armeen gelangweilt am Schlachtfeldrand stehen und nägelfeilend auf das Ende dieser Farce warten.
Das anschließend das garethische Heer den Sieg davon trägt und Bosparan erstürmt, interessiert hier wirklich nur noch die hartgesottensten Schlachtenbummler, während der Durchschnittszuschauer längst daheim bei der Familie ist und über verlorene Zeit lamentiert.
Bleibt als Fazit nur zu sagen, dass wie so oft ein wenig weniger mehr gewesen wäre, und dass gute Effekte keine gute Schlacht machen, wenn Einzelschicksale völlig außer Acht gelassen werden.
Hoffen wir nur, dass man für die Zukunft daraus gelernt hat und es entweder besser macht oder von einer weiteren Fortsetzung völlig absieht. Eine Schlacht in der alle zwölf Götter auftauchen wäre wirklich unerträglich…

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