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Skandal - Zant entführt ?
Kann es wirklich sein ? Wurde der bekannte Dr. Immanuel Zant Opfer einer hinterhältigen Entführung ?
Nachdem der beliebte Seelsorger nun schon mehrere Wochen ohne Lebenszeichen und zum Kummer seiner zahlreichen Verehrer auch ohne Hilfestellung zugebracht hatte und der Druck der Bevölkerung langsam beängstigende Ausmaße annahm, beschlossen die Mitglieder der Redaktion einstimmig, im eigens für unseren außergewöhnlichen Mitarbeiter bereitgestellten Büro nach dem Rechten zu sehen.
Schon auf den ersten Blick offenbarte dies einige ungewöhnliche Einblicke in die Privatsphäre unseres Aushängeschilds, die hier zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlicht werden sollen, aber sicher abgedruckt werden, falls der ehemalige Kampfdämon auf die Idee kommen sollte, das Vertragsverhältnis vorzeitig zu beenden.
Nach zwei Stunden intensivster Beschäftigung mit diesen Dingen, fiel der Redaktion ein 7 Schritt durchmessendes Pentagramm in der Mitte des Büros auf, dass offenbar vor wenigen Wochen benutzt worden war. Was war hier geschehen ?
Eiligst wurden Experten befragt, Zeugen gehört und Liscom von Fasar ein wenig gefoltert, nur um sicherzugehen. In einer demokratischen Abstimmung wurde dann aus den vielen abstrusen Theorien eine ausgewählt und näher betrachtet. In dieser Theorie, die wir einem maraskanischen Schicksalskeks zu verdanken hatten, wurde behauptet, Immanuel Zant wäre während eingehender Forschungen zur Beschwörung von einem finsteren Zirkel drittsphärischer Zeitungsleute zur Steigerung der Auflage entführt und würde in einem winzigen Bannkreis festgehalten, wo er tagein tagaus Anfragen unentwickelter Menschenabkömmlinge zu beantworten hatte. Ein grausames Schicksal, auf ein kleines Stück Papier gebannt.
Einwände unzureichend Gefolterter, dies sei wohl der hanebüchenste Unsinn der letzten fünf Äonen, wurden von den versammelten Redaktionsmitgliedern mit einer alten Socke beantwortet und dann machten sich alle verfügbaren Mitarbeiter auf den Weg, den verlorenen Sohn aufzufinden und möglichst unbeschädigt zu bergen.
Dennoch, trotz eines keinesfalls subtilen Vorgehens und zahlreicher Liter vergossener Körperflüssigkeit, wenn diese auch größtenteils aus sonderbaren Unterleibsabsonderungen beim ersten Anblick der Suchenden bestand, konnte unser Doktor nicht gefunden werden. Als schließlich eine weitere Woche vergangen war und es immer noch keine Resultate gab, wurden sogar einzelne Domänenherrscher auf den Fall aufmerksam und forderten umgehende Ergebnisse. Schicksalsergeben unternahmen wir den letzen noch möglichen Schritt, entfernten die Socke wieder und fragten Liscom von Fasar höflich nach seiner Meinung.
Mit einem abschätzigen Blick auf das Pentagramm erklärte er uns, nicht ohne einen gewisse Gehässigkeit in der Stimme, dass Immanuel sich offenbar selbst mit Beschwörungen beschäftigte und scheinbar vorhatte, den Spieß umzudrehen. Denn dieser Beschwörungskreis hier habe offenbar zum Ziel einen Drittsphärer in die Niederhöllen zu beschwören. Mit einem süffisanten Lächeln, führte er weiterhin aus, dass es offenbar einige Berechnungsfehler bei der Erstellung des Pentagramms gegeben habe und dass der ansonsten so kompetente Mitarbeiter sich offenbar selbst beschwört hatte. Da aber die Verbindung zur dritten Sphäre dennoch entstanden war, hatte er sich wohl auf halbem Wege getroffen und hing jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwo zwischen der dritten und siebten Sphäre.
Die einzige Möglichkeit ihn zurückzuholen, erläuterte er weiter, sei ein Blutopfer im Kreis, der die Verbindung erneut herstellen würde.
Man muß Liscom zugute halten, dass er tatsächlich seinen Fehler bereits einsah, kurz bevor sich seine Kehle in einen purpurnen Springbrunnen verwandelte und er schaffte es auch tatsächlich noch, einige gurgelnde Kraftausdrücke loszuwerden, bevor er in der Mitte des Kreises zusammensank und wieder einmal verstarb.
Ohne Verzögerung tauchte Immanuel Zant dann auch erschöpft und offenbar nur wenig gelangweilt wieder auf und wird sicher seine Arbeit in Kürze wieder aufnehmen. Den vorbereiteten Urlaubsantrag hat er zumindest selbst vernichtet, nachdem wir ihm von unseren Entdeckungen in seinem Arbeitszimmer berichtet hatten.
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