Niederhöllischer Bote
"Keiner hier kennt die Merengi, warum soll ich die Rechte an deren Erwerbsregeln kaufen?" (aus Zholvars Erwerbsregeln)
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Kommende Plage für die Dritte Sphäre


Hütet Euch Ihr Sterblichen, denn ein neuer Dämon ist unter infernalischem Schrei der Seelenmühle entstiegen, bereit Wahnsinn zu säen, Trauer zu streuen und den Legionen des Ah-Mok den blutigen Pfad zu bereiten.
Sein Name, den er Zorn erfüllt in die Domänen herausbrüllte, wie von schmerzenden Dornen gemartert war U’ hurr-lahubh und er ist auf dem Weg Strände mit nackten Leibern zu verpesten, Straßen zu verstopfen und dafür zu sorgen, dass Eltern ihre Kinder hassen lernen und umgekehrt…

Die wahnsinnigen Köpfe der Amazerothlegion für Blendung und Rechaotisierung, kurz BR-Abteilung, arbeiteten fieberhaft an der Frage, wie sich dies neue Schöpfung seiner Gnadenlosigkeit, des Dämonensultans, möglichst effektiv würde einsetzen lassen. Sie begannen damit, das Grauen für die menschlichen Zungen besser formbar zu machen, strichen einige Konsonanten und ein unschuldiges „u“ und brachen in niederhöllisches Gelächter aus.
Der erste Schritt war getan, nun hatte man nur noch dafür zu sorgen, dass jeder ihn haben wollte. So setzte sich erstmals bei einigen Manufakturbesitzern der Gedanke im Kopfe fest, dass sie ihren Arbeitern keinesfalls auch nur einen einzigen Tag Urlaub gewähren wollten, was diese bald darauf zum Anlass nahmen, heftigst dafür zu plädieren, eben doch welchen zu bekommen. Die armen Wichte wurden schnell ausgetauscht und durch andere ersetzt, doch der Begriff des Urlaubs hatte sich verbreitet und begann einige Großbürger und Adlige zu interessieren, die immer darauf bedacht waren, das zu bekommen, was andere nicht haben und sich auch nicht leisten konnten.
Und so setzten sich mit Beginn des Sommers die ersten Kutschen und Pferde in Bewegung „in den Süden“, „an’s Meer“, „in die Berge“.

Das Konzept des Urlaubs mag uns noch fremd und unbekannt erscheinen. Deshalb habe wir Ni Guaren gebeten, sich die ganze Sache doch noch mal von einem der Entwickler erläutern zu lassen.


Ni Guaren: An S’ Chlies-sen Dher Di’avor thrag Uhm’auch dhi Dharhaimghebliebhenen zh’u kwäHlhen ich freue mich, dass Du Zeit gefunden hast.
DV: Bitte, nenn mich doch Di’ avor thrag
NG: Gerne, Di’avor thrag. Also, was steckt nun an niederhöllischen Bosheiten hinter der Urlaubsidee.
DV: Tja, bei dem Urlaub geht es darum, das Menschen sich in fremde Gegenden begeben, um dort Erholung vor dem Alltag zu finden.
NG: Das hört sich aber überhaupt nicht niederhöllisch an.
DV: Das ist ja das Geniale daran. Auf der Suche nach Erholung werden sich die Menschen zahlreiche Qualen auferlegen, sich in verschiedenen Stadien der Erregung, der Verwirrung und des Zorns wieder finden. Und das Beste ist: all dies geschieht freiwillig.
NG (schaut verwirrt): Du siehst mich verwirrt!
DV (lacht heimtückisch): Es beginnt schon mit der Planung. Um den Urlaub zu bekommen muss man sich nämlich schon zu Beginn des Jahres in eine so genannte Urlaubsliste eintragen. Wichtig ist, dass man zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestimmen kann, ob der Urlaub einem da tatsächlich gelegen kommt, weil beispielsweise das Korn reif ist oder die Fischschwärme eine Woche früher eingetroffen ist. Wichtig hierbei ist, dass darauf geachtet wird, dass keinesfalls zwei Menschen im selben Dorf gleichzeitig Urlaub machen dürfen, auch wenn deren Tätigkeiten nichts miteinander zu tun haben. Das sorgt für erheblichen Unfrieden.
NG (kritisch): Das hört sich jetzt aber noch nicht so toll an.
DV: Der Witz ist, später wird niemand in dem Zeitraum Urlaub nehmen, für den er Urlaub eingetragen hat.
NG (fragend): ???????
DV: Ja, das liegt im Wesen der Urlaubsliste. Weiter geht es dann mit der Urlaubsplanung. Die Feldversuche haben gezeigt, dass immer ein Teil der Familie für die Berge ist, während ein anderer Teil lieber an’s Meer will. Gleichsam gibt es Tendenzen, nach denen manche lieber gen Praios möchten, während es andere firunwärts zieht. Es ist herrlich anzusehen wie ganze Familien aufgrund solcher Nichtigkeiten in lolgramothgefälligen Disharmonie gestürzt werden. Ist unter erheblichen Streitigkeiten ein Ziel gefunden, welchem alle Parteien das gleiche Maß an Missfallen entgegenbringen, kommt das nächste Unheil.
NG: Unglaublich!
DG: Dann geht es nämlich an das so genannte Packen. Unsere Beobachter haben festgestellt, dass auch hier nie Einigkeit besteht, weil einige für alle Eventualitäten ausgerüstet sein wollen, während andere meinen ein Paar Socken reiche für einen Mond aus.
NG: Haben die meisten Bauern nicht ohnehin nur ein Paar Socken?
DG: Naja, an der Sockensache arbeiten wir noch. Aber dann gibt es ja noch die Staus.
NG: Staus?
DG: Eine große Menge Menschen die an einen Ort möchten, trifft sich auf den Straßen der Reiche. Dadurch dass es so viele sind behindern sie sich gegenseitig, so dass hinsichtlich der schon vorangegangenen Streitereien Wutausbrüche unausweichlich erscheinen.
NG: Wo wir gerade von großen Mengen sprechen. Ist es nicht so, dass bisher nur Adlige diesen Urlaub nehmen können, während allen anderen keiner zusteht? Wie beim Dämonensultan soll es da zu Staus kommen?
DG (räuspert sich): Die Idee ist noch nicht ganz verbreitet, aber wenn erstmal die Gewerkschaften ihr blutrünstiges Haupt erheben, die Sozialversicherung und der Auslandskrankenschein sich durchsetzen, die Strandliegen mit Badetüchern blockiert werden, gepanschter Wein mit Obst aus Eimern getrunken wird, aufgeschwemmte Leiber annähernd nackt umherlaufen, die Touristen Hüte, kurze Hosen und Socken tragen, wenn kleine schlitzäugige Menschen Bilder von zu recht vergessenen Dingen machen, um sie in Listen abzuhaken, dann ist der Fall Alverans nahe.
NG: Das ist doch ausgemachter Blödsinn!
DG (kleinlaut): Das ist eine Prophezeiung des Nostria Thamos!
NG: Wer behauptet das?
DG (verlegen): Äähhh… Liscom vom Fasar?!
NG (sarkastisch): Na klar...



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