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Argloser Heshtot von wütendem Mob verprügelt
Wie schön waren doch die Zeiten, als ein ehrbarer Dämon sich beim Anblick eine Horde wütender Bauern mit Fackeln und Heugabeln in Sicherheit wiegen konnte. Doch diese Zeiten scheinen offenbar vorbei zu sein. Denn am vergangenen Abend geschah Unglaubliches. Der junge Dämon Heshtot, von seinen Feinden liebevoll "Heshi" genannt, war unterwegs in ein kleines Dorf am Rande des Reichsforstes um sich dort ein wenig zu entspannen, als ihm im roten Licht der untergehenden Praiosscheibe eine Horde von wohl an die fünfzig Dorfbewohnern entgegenkam, die allesamt mit Heugabel oder Fackel bewaffnet waren. In freudiger Erwartung auf eine wenig Kurzweil breitete Heshtot die Arme in begrüßender Geste aus, um die ersten Schläge gnädigerweise ohne Gegenwehr einzustecken und um den Schrecken in den Augen der einfachen Dörfler zu genießen, wenn sie denn merkten das ihre Schläge nichts ausrichten. Wie groß war da seine eigene Überraschung als er bei ihren Schlägen etwas spürte, mit dem er nun wirklich nicht gerechnet hätte - Schmerz.
Schnell versuchte er Abstand zwischen sich und die Horde zu bringen, aber seine Freundlichkeit wurde ihm nun zum Verhängnis. Die Dörfler hatten ihn nämlich schon vollkommen eingekreist und ihm jede Möglichkeit zur Flucht genommen. Solchermaßen unter Druck gesetzt, geriet der junge Dämon erst in Panik und schließlich in die Seelenmühle, nachdem ihm die Menschen den Gar ausgemacht hatten.
Ausführliche Berichterstattung und Interview auf Seite 3.
Seite 3
Aufgrund dieser mehr als seltsamen Vorkommnisse haben wir uns selbstverständlich bemüht, Heshtot möglichst schnell zu interviewen um ein wenig mehr Finsternis in die Sache zu bringen. Daher ist unser Sonderkorrespondent sofort zur Seelenmühle aufgebrochen und hat den noch arg gebeutelten Heshi mal gründlich ausgequetscht.
Niederhöllischer Bote : Heshi, erstmal wie geht es Dir ?
Heshtot : Furchtbar, ganz schrecklich.
N.B. : Gut zu hören, was ist denn nun vor dem Dorf genau geschehen ? Unsere Leser sind sehr gespannt.
H. : Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Ich war der festen Überzeugung, das dieses Bauernpack mir nichts anhaben könnte, genau wie die vielen Male vorher, aber irgendwie habe ich mich wohl getäuscht.
N.B. : Scheint ganz so. Wieso waren die Bauern eigentlich auf Deine Ankunft vorbereitet ?
H. : Das ist ja das Schlimme. Sie waren wohl gar nicht auf mich vorbereitet. Als sie mich verprügelten schrieen sie nämlich immer wieder "Keine Steuern mehr !". Sie haben mich für einen kaiserlichen Steuereintreiber gehalten. Der kam dann nämlich auch, als ich vergehend am Boden lag, da haben sie ihn gleich mit gemeuchelt. Er müsste also eigentlich auch gleich kommen.
N.B. : Na dann hat die ganze Sache ja doch noch etwas Gutes. Vielen Dank für die spärlichen Informationen. Wir werden versuchen, noch ein wenig mehr nachzuforschen. Zu diesem Zweck haben wir Liskom von Fasar eingeladen.
Hallo Liskom, kannst Du uns erklären, was da wohl passiert ist ?
Liskom von Fasar : Nun, im Grunde genommen ist das recht einfach zu erklären. Es ist ganz offenbar in den letzten Jahren zu einer Annäherung der Sphären gekommen. Die Grenze zwischen siebter und dritter Sphäre wird dünner und durchlässiger und durch die zusätzliche dauerhafte Präsenz von sieben dämonischen Aspekten in Aventurien führt das dazu, das die Dämonen langsam aber sicher menschlicher und damit für herkömmliche Waffen verwundbarer werden. Dieses Phänomen ist bis jetzt nur sehr schwach, aber laut meinen Berechnungen wird es in Zukunft noch ein ganzes Stück stärker.
N.B. : Das heisst also, das wir Dämonen langsam der dritten Sphäre immer näher sind und langsam menschlich werden ? Hast Du denn auch eine Erklärung, was der Ursprung des ganzen sein könnte ?
L.v.F. : Selbstverständlich weiß ich, worin die Ursache dafür liegt. Durch die fortgesetzten und intensiven Beschwörungen und Pakte des göttlichen Sphärenschänders Borbarad ist die Grenze zwischen den Sphären derart geschwächt worden. Dieser Verwundbarkeitseffekt tritt auch dort am stärksten auf, wo sein Einfluss auch heute noch spürbar ist, in den Schwarzen Landen nämlich.
N.B. : So so, Borbarad also. Sag mal Liskom, warst Du nicht maßgeblich an den Erweckung Borbarads beteiligt ?
L.v.F. : Beteiligt ? Ich bin der Hauptakteur in dieser Sache gewesen ! Diese Schnepfe Pardona wird doch maßlos überschätzt. Ohne mich hätte die nicht mal einen toten Mistkäfer wiedererwecken können !
N.B. : Aha. Also könnte man weiter sagen, da Borbarad die Schuld an unserer Verwundbarkeit trägt, und Du die Verantwortung für seine Erweckung trägst, das Du letztendlich der wahre Schuldige an unserer Schwäche bist ?
L.v.F. leicht nervös : Nun ja, wenn man einige kleine Dinge außer acht lässt und übersieht, das ich zu dem Zeitpunkt ja eigentlich schon längst tot war, dann könnte man vielleicht auf einen solchen absurden Gedanken kommen, wieso ?
N.B. lächelnd : Absurdität ist hier in den Niederhöllen sozusagen normal. Und so kleine Dinge wie der Tod haben hier nun wirklich keinerlei Bedeutung. *winkt zwei Xorr d'aklan herbei, die den fluchenden und um sich schlagenden Liskom abführen*
Nun, auch wenn offenbar keine Besserung dieses Zustands in Sicht ist, so bleibt uns doch wenigstens die Genugtuung, das der Verursacher unseres Leids auf ewig bei uns bleiben und büßen wird.
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