Niederhöllischer Bote
„Wer beschwört hat früher oder später komischen Umgang.“ (aus den Kennzeichnungstexten für Beschwörer)
Kurzer BilderspaßTitelblattDie Siebte SphäreLeserbriefeRestweltDer NamenloseAuf einen BlickHin- und VerweiseBekanntmachungenKultur und UnterhaltungSportMitarbeiterImpressum


Wer kehrt zurück ?

rätselhafte Prophezeiungen verwirren die Sphären


In letzter Zeit haben uns zahlreiche Anfragen von mehr oder weniger verwirrten Bewohnern unserer schönen Sphäre erreicht, in denen es immer um das gleiche Thema ging. Alle wollten wissen, was es mit diesem �Jahr des Feuers� auf sich hat, von dem etliche Propheten den lieben langen Tag quatschen. Der Niederhöllische Bote nahm diese Fragen besorgter Dämonen natürlich zum Anlass, der Sache mal ein wenig auf den Grund zu gehen.
Schnell stellte sich heraus, dass in fast allen größeren Städten Aventuriens Nostria Thamos Anhänger unterwegs waren und nachts Schattenrisse an die Wände öffentlicher Gebäude klebten, begleitet von kryptischen Schriftzügen wie �Wer lacht zuletzt ?� �Wen tragen schwarze Schwingen ?� und so weiter. Die meisten dieser Bilder und Schriftzüge waren recht einfach zu entschlüsseln. Das Bild zu �Wen tragen�� beispielsweise zeigt ziemlich klar einen jagenden Achaz, der gerade von einem Drachen gefressen wurde. Dazu muss man das Bild zwar leicht schief halten, aber Propheten sind ja alle etwas schräg. Zudem zeigt sich dadurch recht eindrucksvoll, dass die Götter langsam verzweifeln und nun so ziemlich alles in ihre jenseitigen Paradiese stopfen, was sich nicht mit Händen und Füßen wehrt und steht wohl als Sinnbild für den Untergang der großen Echsenreiche. Reichlich spät als Prophezeiung möchte man meinen.
Wirkliche Probleme hat unserer Redaktion eigentlich nur das wichtigste aller Bilder bereitet. Es zeigt offenbar eine recht menschliche Person und wird von den Worten �Wer kehrt zurück ?� untermalt.
Eine rasche Überprüfung der Dämonenbresche brachte zumindest die Sicherheit, dass unser aller Prügelknabe weiterhin in fester Verwahrung ist.
Doch wer soll dieser ominöse Rückkehrer sein ? In der dritten Sphäre vertritt man wohl die Meinung, es wäre eine lebendige und heilsbringende Person, die lediglich verschwunden war, aber den fleißigen Reportern des Boten war schnell klar, dass es sich hier um eine verständliche aber fälschliche Interpretation eines undeutlichen Orakelspruchs handelte, der ihn Wahrheit auf eine verderbte Person hinweist. Schließlich verhüllte der Schattenriss zu �Wer lacht zuletzt ?� ja auch nur unzureichend die Tatsache, dass hier ein Shruuf etwas dilettantisch dargestellt wurde.
Alles wies also darauf hin, dass auch bei �Wer kehrt zurück ?� eine sinistre Persönlichkeit gemeint war. Auch die etwas überflüssige Frage unseres ehemaligen Aushilfssetzers �Von wo denn zurück ?� war schnell beantwortet. Die finstersten Personen, die die dritte Sphäre je gesehen hat, befinden sich natürlich alle in unserer liebevo fürsorgli Obhut und so blieb nur die ursprüngliche Frage nach dem Wer, was wieder einmal zeigte, dass man viel herausfinden kann, ohne auch nur einen Schritt voran zu kommen.
Der Vorschlag, alle Bewohner der siebten Sphäre schwarz anzumalen, um sie auf Ähnlichkeit mit dem Schattenriss hin zu überprüfen, fand zwar allgemeine Zustimmung aber nicht den gewünschten Erfolg.
So hat man sich dann darauf verlegt, mögliche Kandidaten auf ihre Eignung hin zu überprüfen. Fran Horas und Hela Horas waren schnell als geeignete Kandidaten ausfindig gemacht, genau wie zahlreiche weitere Persönlichkeiten der aventurischen Geschichte. Zuletzt hat man sich sogar dazu durchgerungen, Liscom von Fasar, diesen sympathischen Paktierer, in die Reihen der möglichen Rückkehrer aufzunehmen. Nostria Thamos selbst hingegen, der aufgrund ungeklärter Umstände ebenfalls bei uns zu weilen scheint, hat sich strikt geweigert, irgendwohin zurückzukehren und ließ sogar verlauten, er würde �niemals nicht von irgendwo nach irgendwo zurückkehren, bevor nicht glühende Lavaströme den Weg der Hasenpfote kreuzen.�
Ob dies eine weitere Prophezeiung darstellt, oder ob der alte Kerl inzwischen etwas verwirrt ist, bleibt weiter ungeklärt.
Nicht ungeklärt ist hingegen die Identität des ominösen Zurückkehrers. Nach einigen Wahrscheinlichkeitsberechnungen wahnsinniger Tasfarelelpaktierer handelt es sich mit 103,5% Sicherheit um den �schrecklichen Ugor�, der unter sehr nebulösen Umständen vor einiger Zeit in den Niederhöllen auftauchte und es seitdem als erster Toter überhaupt geschafft hat aus bislang sieben Domänen wegen Unerträglichkeit rauszufliegen. Der momentan der Herrin der nachtblauen Tiefen zugewiesene Verdammte nahm die freudige Botschaft mit gemischten Gefühlen auf und versprach bei seiner Abschiedsfeier, zu der mehr als dreihundertsiebenundzwanzig Dämonen erscheinen waren, das nächste Mal besser aufzupassen.
Seine Abreise wurde zur schnellstmöglichen Erfüllung der Prophezeiung auf den Tag seiner Ankunft gelegt, so dass er eigentlich nie hier war, was wieder einmal den Vorteil der Zeitlosigkeit eindrucksvoll belegt.
Es kam lediglich zu kurzen Verzögerungen, als Liscom von Fasar an der Dämonenbresche daran gehindert werden musste, aus eigener Kraft in die dritte Sphäre zurückzukehren.

Nach Oben Zurück