Niederhöllischer Bote
"Der Tod ist nicht das Ende des Nutzens - im Gegenteil" (aus Tjakools Alptraummemorandum)
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Magierturm geplündert !

Chimärologe entsetzt ! (und tot)



Wie uns heute Morgen berichtet wurde, gab es wohl in der dritten Sphäre eine ernsthafte und folgenreiche Begegnung zwischen einigen unserer beliebtesten Mitbewohner und dort ansässigen Menschenwesen, sogenannten "Helden".
Ursprung der ganzen Misere war augenscheinlich ein versierter Chimärologe der, friedlich in seinem Magierturm forschend und stets auf der Suche nach neuen und faszinierenden Kreaturen, sich wohl den Unwillen der in einem nahen Dorf lebenden Bauern zugezogen hatte. Wie genau er sich die Feindschaft dieser eigentlich recht friedlichen Drittsphärer zugezogen hatte blieb trotz intensiver Nachforschungen im Dunkeln, zumal er sogar viele dieser Menschen zu Teilen seiner hervorragenden Kreationen gemacht und ihnen damit nicht nur fast zu Unsterblichkeit sondern in jedem Fall zu Ruhm jenseits ihrer Vorstellungskraft verholfen hat.
Als dieser aufstrebende und in Fachkreisen weithin bekannte Chimärologe, Tarbor F. aus B. (Name von der Redaktion geändert), also im Laboratorium seines Turms ganz alltäglichen Forschungen nachging, hörte er äußerst irritierende Geräusche von brechendem Holz und kurz darauf lautes Stimmengewirr und offensichtlichen Kampflärm.
In höchstem Maße um seine liebgewonnenen Hauschimären fürchtend, begab er sich zur Treppe und besah sich über das Geländer hinweg die erschreckende Situation in seiner Empfangshalle.
Augenscheinlich hatten sich dort vier Unbekannte widerrechtlich Zutritt verschafft und während drei von ihnen mit Waffen- und Zaubergewalt gegen die aus dem Schlaf geschreckten Kreaturen vorgingen, die dort ihr Körbchen hatten, war der Vierte damit beschäftigt goldene Kerzenleuchter und andere Familienerbstücke in einen großen mitgebrachten Sack zu packen.
Von diesem Anblick zutiefst erschüttert, flehte er Calinjaar an, ihn doch in dieser finsteren Stunde beiseite zustehen und nach einer kurzen aber erfolgreichen Verhandlung, bei der die Herrin des wimmelnden Chaos nicht nur die Seele des Chimärologen, sondern auch seiner Anverwandten bis zum dritten Grad erfeilschte, stellte sie ihm einen ihrer höchsten und erfolgreichsten Diener, den weithin gefürchteten und fünfgehörnten Gul´klamor zur Seite, der über solch einen Frevel wie das kaltblütige Abschlachten harmloser Eigenkreationen auch sofort zur Tat und in die Eingangshalle schritt.
Die selbsternannte Heldengruppe - bestehend aus Krieger, Magier, Zwerg und Streuner - allerdings hatten offenbar mit so einer Verzweiflungstat gerechnet, denn sie wichen nur kurz erschrocken zurück um direkt darauf nur um so entschlossener gegen den vielleibigen Dämon vorzugehen.
Während er von dem Krieger der Bande, der zu allem Überfluss einen magischen Zweihänder sein eigen nannte, mit hinterhältigsten Schlägen beharkt wurde, schoss Magier ein ums andere Mal Ignifaxii auf den ungerecht behandelten Schergen der Niederhöllen. Der Zwerg hingegen war schnell mit zwei wohlgezielten Hieben an die nächste Wand geschleudert und blieb dort bewusstlos liegen.
Von den anderen jedoch weiter beharkt, blieb dem tapferen Streiter nichts anderes übrig, als Schritt um Schritt zurückzuweichen und die Helden auf diese Art und Weise über eine Fallgrube zu locken, die der Chimärologe in weiser Voraussicht hatte anfertigen lassen.
Anstatt jedoch wie erwartet auf diesen hervorragenden Trick im doppelten Sinn hereinzufallen, ließen sich Krieger und Magier vom weiterhin fleißig plündernden Streuner warnen und umgingen die Fallgrube gemeinerweise.
Nun in arge Bedrängnis gebracht, unternahm Gul´klamor einen verzweifelten Ausfall um dem vermaledeiten Schwertschwinger endlich den tumben Kopf von den Schultern zu trennen und rutschte hierbei auf einigen vom Plünderer achtlos beiseite geworfenen Früchten aus, die ihren angestammten Platz in der eigens für sie bereit gestellten goldenen Schale arg vermissten.
Solcherart aus dem Gleichgewicht gebracht, ruderte unser bemitleidenswerter Dämon hilflos mit den Armen um nun nicht seinerseits Opfer der Fallgrube zu werden, und anstatt das ihm diese fiesen Helden nach einem langen und harten Kampf die Ehre zuteil kommen ließen, sein so schmählich verlorenes Gleichgewicht wiederzufinden, griffen sie ihn mit ihrer geballten Macht an und brachten ihn so zurück in seine Heimatsphäre.
Der Besitzer des Magierturms hingegen warf nun seinerseits in seiner Verzweiflung zahlreiche Gegenstände, unter anderem einen Stuhl und einen kleinen Beistelltisch auf die Eindringlinge, in der Hoffnung, sie durch die Zurschaustellung von Unbeugsamkeit in die Flucht zu schlagen.
Wie enttäuscht muss er gewesen sein, als der Streuner der Banditen nicht den Rückzug antrat, sondern seinerseits wesentlich gefährlichere Gegenstände zurückwarf. Da hierzu auch ein mit Kukris bestrichener Dolch gehörte, den dieser Halunke mit beneidenswerter Geschicklichkeit beherrschte, ist es nicht weiter verwunderlich, das der Chimäre erst sein Bewusstsein, dann das Gleichgewicht und schließlich zu allem Überfluss auf dem Boden der Eingangshalle auch noch das Leben verlor.
Wie weit ist es schon gekommen, wenn friedliche Forscher in ihren eigenen Magiertürmen nicht mehr sicher sind. Sind diese, wenn auch seltsamen so doch wenigstens sympathischen, Kreaturen der dritten Sphäre denn wirklich schutzlos jeder gegen sie gerichteten Aggression ausgeliefert ?
Scheint ganz so.

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