Niederhöllischer Bote
"Meide den Anfang, er ist das Ende der Ewigkeit." (aus Amazeroths Philosophie für Anfänger und Fortgeschrittene)
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Lebenslauf des PHAntomerfinders



Geboren wurde der eher unauffällige in einem kleinen idyllischen Ort namens Sande an der Nordseeküste. Aufgrund verschiedener Differenzen hatte er auch erstmal dort zu bleiben und durfte erst einige Tage später nach Hause in das nicht weniger anheimelnde Friedeburg zu seinen wahrscheinlich leiblichen Eltern umsiedeln.
Die ersten drei Jahre geschah hier auch nicht viel Ungewöhnliches. Alles sah nach einer größtenteils normalen Kindheit aus.
Bis zu jenem schicksalshaften Tag, an dem der Erstgeborene einer Bayerin und eines Schwaben zum ersten Mal in den Kindergarten gebracht wurde. Ab hier offenbarte sich das Ausmaß der Andersartigkeit des Jungen, der später als PHAntom Angst und Schrecken in der ganzen weiten Welt des Internets verbreiten sollte.
Denn immer dann, wenn alle anderen Kinder draußen auf dem Hof waren um zu spielen, dann verschwand dieses außergewöhnliche Kind auf unerklärliche Art und Weise und vertrieb sich drinnen die Zeit, bis dann alle anderen Kinder auch hineinkamen. Ab diesem Zeitpunkt hielt sich dieser kleine Einzelgänger plötzlich und unerwarteterweise draußen auf und nur das leise Quietschen der Schaukel kündete von seiner Anwesenheit.
Doch erst wenn dieses Quietschen verstummte fuhr den Kindergärtnerinnen der eiskalte Schrecken in die Glieder, denn dann war wieder die Zeit gekommen da das Kind ganz und gar verschwunden war, weil es sich auf den Weg nach Hause gemacht hatte.
Verständlicherweise hatten die Eltern dieses Unikums fortan mit vielen Problemen und Vorurteilen zu kämpfen und als die ersten Rufe nach der heiligen Inquisition laut wurden, blieb dem verzweifelten Ehepaar nur die Flucht in den Süden. Genaugenommen in das Gebiet Köln/Bonn.
Dort angekommen blieb auch genügend Zeit sich heimisch zu fühlen, denn bis zur Einschulung des Problemkindes sollte noch ein ganzes Jahr vergehen. Und welch ein ruhiges Jahr das war. Voller Harmonie und Frieden vergingen zwölf Monate, bis ein neuer Schrecken in die Familie Schmidt einzog. Der Schulalltag.
Fast schon vergessen waren die schicksalsträchtigen Eskapaden des jungen Kindes und dementsprechend sorglos – ja beinahe ausgelassen fröhlich – waren die Eltern, als sie ihren kleinen Filius zum ersten Mal dem Schulgebäude als Opfergabe an das Bildungswesen darboten.
Anfangs schien auch alles gut zu gehen. Niemand beschwerte sich über unangemessene Abwesenheit und es schien tatsächlich so, als wäre der diszipliniertere Schulalltag geeignet, um den Willen zur Einsamkeit zu ersticken, der in dem sogenannten I-Dötzchen keimte. Aber dieser Trugschluß sollte sich schnell als fatal erweisen, denn da dem Kind die Möglichkeit genommen war, selber zu verschwinden, fielen andere Dingen dem Nichts anheim. So beklagten sich die Lehrer schnell über ein Fehlen von Hausaufgaben und Aufmerksamkeit und niemand konnte sagen wo diese zwei, für den Schulalltag nahezu unerlässlichen, Dinge hinverschwunden waren, geschweige denn wann.
Bevor jedoch ernstere Maßnahmen getroffen werden konnten, spielte der auch jetzt schon verflucht hinterhältige kleine Mann seinen Trumpf aus. Eine gewisse angeborene und zumindest in jungen Jahren noch gehörig vorhandene Niedlichkeit, die ihm die unerschöpfliche Vergebung seitens der älteren Klassenlehrerin einbrachte und somit alle aus Unaufmerksamkeit und fehlenden Hausaufgaben resultierenden Probleme weg wischte wie ein feuchter Schwamm.
Damit schien alles gut zu sein und gerne würden wir hier ein „Und wenn sie nicht gestorben sind..“ einfügen, aber so weit sind wir leider noch lange nicht, denn dieses glückliche Intermezzo endete recht abrupt mit voranschreitendem Alter und dem Wechsel in ein sogenanntes „Gymnasium“.
Diese höhere Lehranstalt sorgte mit ihrer Ignoranz schnell dafür, das neben den eben schon genannten Dingen nun auch Lust und Laune auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Doch damit nicht genug. Da nun auch die Eltern des Kindes durch langjährige Stille in Sicherheit gewogen waren, ergriff auch die Mutter wieder einen Beruf und eröffnete dem Kind damit ungeahnte Möglichkeiten, durch geschickte Kopie der Unterschriften eines der Elternteile nun endlich doch wieder zu verschwinden.

Fortsetzung :

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Junge zwar nicht unbedingt schlecht in der Schule war, aber eben durch fortgesetztes Fehlen weder den richtigen Anschluss zur Klassengemeinschaft noch zum Unterrichtsstoff bekam. Vielmehr beschäftigte er sich mit einigen wenigen Leuten, die er nun schon seit Jahren aus seinem Heimatdorf kannte und mit denen er nun auch zum ersten Mal in Berührung mit etwas kam, dass ihn auf den ersten Blick an ein ganz gewöhmliches Brettspiel erinnerte. Denn einer seiner Freunde hatte zum Geburtstag einen Spielekasten erhalten, dessen Inhalt Abenteuer versprach. Einen Kasten auf dem ein großes schwarzes Auge prangte. Um nicht gleich alle Regeln lernen zu müssen taten sich die Drei (denn Drei waren es insgesamt) zusammen und kontaktierten einen Bekannten, der zur mystischen Vereinigung der "Meister" gehören sollte.
Dieser erklärte sich auch bereit, den Unbedarften diese neue Welt näherzubringen und began nach Erwürfelung der ersten Helden mit dem allerersten Gruppenabenteuer. Viel ist nicht mehr im Gedächtnis des Schreibers geblieben, aber dennoch kann man zumindest eines ganz zweifellos sagen. Der Held des naiven Jünglings namens Steffen hätte nicht im Endkampf sterben müssen. Er hätte gerettet werden können. Aber er wurde es nicht und so musste er fortan damit leben, dass sein (dann neu ausgewürfelter) Held 50 Abenteuerpunkte weniger hatte, als die Helden der anderen beiden. Gerade in späteren Abenteuern, bei denen die Belohnung in der Größenordnung von 1000 AP daherkam, war dieser riesige Abstand äußerst schmerzhaft und hatte wohl einen lebenslange Psychose zur Folge. Oder auch nicht.
Dieses Spiel jedenfalls erfüllte alle Kriterien, das spätere PHAntom zu faszinieren. Es war fantasievoll, frei von Zwängen und es stempelte den Spieler automatisch zum Aussenseiter ab. So überstand er den Spott der Mitschüler ohne Mühe und schaffte es im Gegenteil sogar, zwei weitere Personen für DSA zu begeistern. Die Folge waren würfellose Abenteuer im Schulbus und auf dem Pausenhof, bei denen über Leben und Tod manchmal nur eine geratene Zahl zwischen 1 und 10 entschied.

...wird fortgesetzt...




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