Niederhöllischer Bote
„Traue keinem Gehörnten" (aus den Kennzeichnungstexten für Beschwörer)
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Dinge für Dere – Akkord bei Agrimoth



Wenn Essen glühen, Schlote rauchen, aus grauen Hallen ein Hämmern klingt und ein Lachen so niederhöllisch boshaft, dass es selbst Nagrach ein Frösteln über den Rücken jagt, liegt die Vermutung nahe, dass etwas ungewöhnliches, vielleicht sogar etwas außergewöhnliches vor sich geht. Zumindest jedoch etwas so interessantes, dass es sich lohnt, unseren Volontär, Willibald Frey dort hin zu schicken und hohe Wetten auf der Basis der Ungewissheit seiner Rückkehr abzuschließen.


So stand er denn vor nicht all zu langen Unzeiten vor dem Oberdämon der Werkstätten von Schrottoroth.



Willibald Frey: „Äh, Frey, Willi. Niederhöllischer Bote. Seid Ihr der C’ Hol-Anhi?“

C’ Hol-Anhi: Ja, der bin ich, aber weil ich alberne Scherze mit versaubeutelten Namen nicht mag, nennst Du mich besser Werkstattleiter.“

W. F.: „Also g g gut, Werkstattleiter…“

Werkstattleiter (zieht seine wohlgeformte und einzige Augenbraue empor): „Frey, Willi?“ Ein ungünstiger Name möchte ich meinen.“

W. F.: „W wieso?“

Werkstattleiter: „Ich könnte wetten, Du wirst oft für Aufgaben herangezogen, die sonst keiner machen möchte?!“

W. F. (nachdenklich): „Stimmt…“

Werkstattleiter: „Wolltest DU mir nicht ein paar Fragen stellen?“

W. F. (eifrig und aufgerüttelt): „Ja genau. Was macht Ihr hier?“

Werkstattleiter: „Wir stellen Dinge her und bedienen uns hierbei der Kunst des d. i. Seins.“

W. F.: „Was sind das für Dinge? Was ist d. i. Sein?

Werkstattleiter: „Solltest Du nicht eine Frage nach der anderen stellen?“

W. F.: „Mache ich doch!“

Werkstattleiter: „Auch wieder wahr. Also, wir stellen die verschiedensten Dinge für den Gebrauch in der dritten Sphäre her und gehen hierbei nach den Regeln der Konstruktionsphilosophie des dämonisch immanenten Daseins – kurz d. i. Sein – vor, die besagen, dass die Verdammnis jeder kleinen Nische des derischen Daseins innewohnen muss.“

W. F.: „Das klingt… interessant. Könnt Ihr unseren Lesern mal ein Beispiel geben, was damit gemeint ist?“

Werkstattleiter: „Sehr professionell.“

W. F.: „Danke, i ich arbeite daran.“

Werkstattleiter: „Ja, hier hätten wir beispielsweise das „Götterverfluchte Scheißding Numero 2319.“

W. F.: „Sieht für mich aus, wie eine Schere.“

Werkstattleiter: „Ja, aber wir haben den Griff so geformt, dass, ganz egal wie der Benutzer seine Finger hineinsteckt eine 93% Wahrscheinlichkeit besteht, dass er sich entweder in die Hand schneidet oder sich selbige aufgrund der unmöglichen Haltung verrenkt.“

W. F.: „Woher kommt eigentlich dieser Name – „Götterverfluchtes Scheißding“ - ?

Werkstattleiter: „Die Namen bekommen wir von den derischen Erstbenutzern unserer Erzeugnisse. Sie werden sozusagen spontan vergeben.“

W. F.: „Aha! Und was ist das? Sieht aus, wie eine dieser Dolch-Aus-Ärmel-Schleuder-Vorrichtungen.“

Werkstattleiter: „Ja, das „Orksche Drecksteil Nummer 13 basiert auf dem Modell einer Drolina. Nur, dass hier der Arm weggeschleudert wird und der Dolch an Ort und Stelle bleibt.“

W. F.: „Toll. Und so bunt. Und diese ganzen Rundungen und Muster.“

Werkstattleiter: „Das gehört dazu, denn es kurbelt die Verkaufszahlen an. Wie zum Beispiel bei diesem schönen Gerät.“

W. F.: „Das ist ja wirklich fantastisch. Diese Farben. Was ist das für ein Material?“

Werkstattleiter: „Es wird aus der schwarzen Suppe gemacht, die entsteht, wenn man verfaulte Tierkadaver zu lange liegen lässt. Wir nennen es Elfenleder, aber das ist natürlich Blödsinn.“

W. F.: „Es glänzt sehr schön.“

Werkstattleiter: „Wenn man es verbrennt gibt es Qualm, der Elfen zum Erbrechen bringt und bei Menschen die Augen Tränen lässt.“

W. F.: „Ich bin beeindruckt. Sieht aus wie eine Tragetasche. So zum Sammeln von Beeren oder Pilzen.“

Werkstattleiter: „Genau. Und jetzt sieh mal, was passiert, wenn wie da ein paar Sachen reinfüllen.“

W. F.: „Das gibt es nicht. Die Träger reißen ab…“

Werkstattleiter: „…und der ganze Schmodder liegt auf dem Boden.“



Ein Dämonisches Lachen später…



W. F.: „Was ist das denn?“

Werkstattleiter: „Eine unsere neuesten Entwicklungen. Wir sind sehr stolz darauf. Diese Machina soll komplizierte Berechnungen vornehmen, sich Termine merken, Schriftstücke archivieren und die Sterblichen unterhalten, wenn sie alleine sind.“

W. F.: „Klingt doch ganz gut.“

Werkstattleiter: „Ja, aber sie ist nur teilfunktionell.“

W. F.: „Was heißt das?“

Werkstattleiter: „Sie tut solange das, was sie soll, bis sich der Nutzer darauf verlässt und dann verrät sie ihn und treibt ihn in den Wahnsinn.“

W. F.: „Wie man die wohl nennen wird?“

Werkstattleiter: „Ich tippe mal auf so etwas wie „Selemer Mistmühle“ oder auch „Elende Scheißkiste“

W. F.: „Das sieht auch toll aus. Darf ich das mal ausprobieren?“

Werkstattleiter (mit heimtückischem Glanz im Auge): „Aber gerne doch.“




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